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Tanzende Herzen

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Seit knapp zwei Wochen reisen wir in äusserst gemächlichem Tempo durch China, lassen uns Zeit anzukommen, nachzuschlafen, interessante Dinge zu besichtigen und die unendlichen Variationen an chinesischem Essen zu degustieren. Unser Geist ist nachgereist, hat uns gefunden und lässt unser Herz ab dem Gesehenen immer wieder tanzen und frohlocken. Wenn es nicht tanzt, schlägt es mal ruhig, mal nachdenkend, mal traurig, um dann wieder zum Tanzen zurückzukehren. Wir reisen langsamer als auf unserer Weltreise, schauen uns aber auch mehr Sehenswürdigkeiten an als damals. Dies liegt unter anderem daran, dass die Sehenswürdigkeiten äusserst spannend und aufgrund der Nebensaison sehr preiswert sind. Konzipiert sind sie für den Ansturm von tausenden Besuchern täglich (wir waren noch nie mehr als 30 Personen), was sich unschwer an den riesigen Parkplätzen und übertrieben breiten Strassen erkennen lässt.  Wir haben in Peking die verbotene Stadt und den Olympiapark besucht, den geschichtsträc...

Von Monti zu Mao

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Gregi mit VW-Bus sei Dank können wir uns am Ende der Arbeitszeit im Circus Monti und nach erfolgreicher Abgabe unseres Wohnwagens Nummer achtzehn auf den Weg zurück in die Hauptstadt machen. Endlich. Den Zirkusrhythmus noch im Blut begeben wir uns auf eine Abschiedstournee in unserem Heimkanton. Um viele Erfahrungen reicher, mit Augenringen langen Nächte wegen und müden Gliedern vom Putzen kehren wir zurück, nicht um uns zu erholen, sondern um unsere Gesichter noch mehr zeichnen zu lassen. Ein wunderbarer Abend hier, ein Glas Wein da und immer wieder ein Tschüss und eine Träne.  Müde begeben wir uns nach einer Woche Abschiednehmen auf die Reise nach Peking – alles klappt wie am Schnürchen, ohne Verspätungen oder Zwischenfälle. Fast zu schnell erreichen wir das Land der aufgehenden Sonne und erwachen im Happy Dragon Hostel, gefühlt ohne unser Zutun. Wie im Reiseführer beschrieben ist der Himmel strahlend blau, die Luft glasklar und der Wind eisig kalt. Die Chinesen sprechen kein ...

Drangeblieben, an unserem Glück zu schmieden

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Nur noch ein paar Wochen, dann wird bei uns schon alles abgebrochen. Umgekrempelt, neu aufgegleist zusammengepackt und abgereist. So schaut’s aus, so wird’s kommen. Die Schweiz verlassen wir in ein paar Wochen, auf unbestimmt, und mit Elan, obwohl wir viel zurücklassen. Gutes, Schlechtes, Aufregendes und Bewegendes. Die Zeit im Zirkus ging rasend schnell vorbei. Viel haben wir gesehen, erlebt, geschafft, gemacht, gelacht, besprochen und damit gebrochen; getan, gefahren, getanzt, Sachen beim Namen genannt und uns dabei die Mäuler verbrannt. Wenig haben wir geschlafen, geschwiegen und Sachen gemieden. Wir sind weiterhin drangeblieben, an unserem Glück zu schmieden. Ob Weltreise, Monti oder beim Unterrichten überall lauern ähnliche Geschichten. Geschichten von Menschen. Sie spielen jedoch an anderen Orten, nicht der gleichen Sorten, lassen sich nicht einfach einordnen und in Schubladen versorgen. Alles kommt in neuen Gewändern, funkelnd und verzaubernd. ...

Kurze Tage, lange Nächte

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Die Tage werden kürzer, die Nächte länger, kälter und etwas einsamer. Einsamer deshalb, weil die Möglichkeit einen Stuhl zu schnappen und sich bei jemandem spontan vor dem Wohnwagen zu treffen, aufgrund wetter- und arbeitsbedingter Umstände rapide abnimmt. Mittlerweile ist etwas mehr Planung erforderlich, damit man sich weiterhin mit Mitarbeitern, Artisten oder Freunden ausserhalb des Zirkus treffen kann. Die meteorlogisch kürzeren Tage und längeren Nächte bedeuten ja nicht, dass die arbeitstechnischen Tage kürzer werden, nein, eher die Nächte länger. Über den Daumen gepeilt arbeiten wir pro Woche 75 Stunden, die an Spielorten mit noch mehr Vorstellungen, beispielweise Bern auf geschätzte 85 Stunden anwachsen können.  Noch fast schwieriger gestaltet es sich, um mit von uns liebgewonnen Menschen aus der Arbeitsgilde der Artisten ein etwas ausschweifenderes Treffen zu vereinbaren. Es kommen fast nur noch Montag- oder Dienstagabende, sowie der Sonntagmorgen in Frage. Dies, weil ...

Wie macht man Zirkus?

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Seit der Premiere am 4. August haben wir die Vorführung in der Manege nie mehr komplett bestaunen können, denn Zirkus-machen geschieht nicht im Chapiteau alleine. Mit der ersten Aufführung von „Dreambox“ wird der Tourneeplan des Circus Monti zum Metronom unseres Alltags. An der Zirkusmusik erkennen wir, wann unsere Schichten starten, Pausen enden und der Feierabend beginnt. Je nach Wochentag kann ein normaler Arbeitstag im Zirkus bis zu dreizehn Arbeitsstunden (Pausen sind dabei nicht miteingerechnet) umfassen, von Notfällen und Reisetagen mal abgesehen. Aber was muss denn alles gemacht sein, damit Zirkus geschieht? Ein Zirkusarbeitstag beginnt jeweils um 7:30 oder 8:00 Uhr in der Früh mit dem jeweiligen Job, auf den man sich beworben hat: Werbung, Küche, Büro, Werkstatt oder Kostümpflege und endet mit einem Einsatz im Zelt bzw. dem Buffet mit Glaceverkauf, Bareinsatz oder Zuckerwatte drehen.  Für Janina bedeutet dies, sie steht jeweils um 07.15 Uhr au...

Kreative Köpfe

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Wenn einer eine Reise tut, so braucht er Freunde, denen er was erzählen kann. Wir freuen uns riesig, wieder etwas erzählen zu können und noch mehr, Freunde zu haben, die gerne von uns lesen und unsere Abenteuer unterstützen. An dieser Stelle geht ein grosses Dankeschön an alle, die auf 100-Days https://www.100-days.net/de/projekt/lehrenamtlich mitgewirkt haben. Am 29.7.2017 gingen die 100 Tage zu Ende, in denen wir Zeit hatten, 5000.- für unsere Projekte in Indien und Ecuador zu sammeln. Nach allen Abzügen kriegen wir sagenhafte 5‘600 SFr. ausbezahlt, wovon wir alles was über das Ziel hinausreicht, direkt an ausgewählte Projekte spenden werden. Das übrige Geld verwenden wir, um die jeweiligen Organisationen anzufliegen, Notfälle zu entschärfen und den Alltag während den Projekten zu meistern. Jetzt sind wir zunächst während fünf Monaten mit dem Circus Monti unterwegs, um uns einerseits an einen einfacheren Lebensstil zu gewöhnen und andererseits den Zauber der Zirkusluft auf uns ...

Grown-ups still like to play - the toys just get more expensive (5.8.16)

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Wir mutierten gezwungenermassen zu Cityhoppern, obwohl zu Beginn dieser Ferien tauchen und trekken auf dem Programm standen. So hüpften wir von Singapur nach Penang, hü-hüpf nach Bangkok (kurzer Nichtstadtstopp auf Sumatra) und weiter nach Kuala Lumpur, Putrajaya, Melaka und Johor Bahru. Wir sind nun Kenner der besten Foodcourts und schlechtesten Malltoiletten, sowie aller WiFi-Spots und laufenden Kinofilme. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt: Mit heilenden Knien und etwas Glück würden wir noch das Meer erreichen... Kühn planen wir unseren Ferienabschluss auf Pulau Sibu und nehmen dazu etwas mehr Geld in die Finger, mit denen wir gleichzeitig ganz stark unsere Daumen drücken, damit wir die Nötchen nicht mit beiden Händen aus dem Fenster werfen. Die Horrorvorstellung: von Sonne, Sandstrand und Salzwasser umgeben zu sein, ohne auch nur damit in Kontakt kommen zu dürfen. Benj hegt und pflegt was das Zeug hält, manchmal übertreibt er's ein bisschen; rupft und zupft schon mal, w...