Kurze Tage, lange Nächte


Die Tage werden kürzer, die Nächte länger, kälter und etwas einsamer. Einsamer deshalb, weil die Möglichkeit einen Stuhl zu schnappen und sich bei jemandem spontan vor dem Wohnwagen zu treffen, aufgrund wetter- und arbeitsbedingter Umstände rapide abnimmt. Mittlerweile ist etwas mehr Planung erforderlich, damit man sich weiterhin mit Mitarbeitern, Artisten oder Freunden ausserhalb des Zirkus treffen kann. Die meteorlogisch kürzeren Tage und längeren Nächte bedeuten ja nicht, dass die arbeitstechnischen Tage kürzer werden, nein, eher die Nächte länger. Über den Daumen gepeilt arbeiten wir pro Woche 75 Stunden, die an Spielorten mit noch mehr Vorstellungen, beispielweise Bern auf geschätzte 85 Stunden anwachsen können. 

Noch fast schwieriger gestaltet es sich, um mit von uns liebgewonnen Menschen aus der Arbeitsgilde der Artisten ein etwas ausschweifenderes Treffen zu vereinbaren. Es kommen fast nur noch Montag- oder Dienstagabende, sowie der Sonntagmorgen in Frage. Dies, weil unsere Tagesabläufe stark voneinander abweichen, die Artisten relativ lange schlafen, unser Arbeitsalltag aber um 8:00 Uhr beginnt. Gegessen wird in unserem Fall in anderen Schichten und wenn man, wie Benj, den Tag durch auf Werbung ist, kommt man erst um 17:30 Uhr auf den Platz zurück und die Vorbereitungen für die Show startet schon bald. Wenn sich aber ein solches Treffen ergibt, ist es umso schöner, intensiver und bleibt lange in unserer Erinnerung haften. Seien dies die unzähligen spannenden Gespräche, die weingeschwängerten Abenden in irgendeinem Wohnwagen, der kurze Segelausflug mit gediegenem Brunch auf dem Vierwaldstädtersee oder der Pokerabend vor Gaels Wohnwagen, bei welchem eine in Winterjacke und Wolldecke eingewickelte Janina die Siegesprämie entgegennehmen durfte.

Janina sicherte sich den Sieg, am mit sieben Personen teilnehmenden Pokertisch, in einem kurzen, knackigen Heads up gegen Benj. Vorher flogen der Reihe nach Connor, welcher etwas zu viel riskierte, Ariane, die immer auf den River hoffte, Gael mit Kartenpech, Marilou die einfach wirklich alles callte, Philibert, der wohl begnadetste aber vom Pech verfolgte Pokerspieler und eben Benj, halt Benj, vom Tisch.









Trotz den langen Arbeitstagen und der sehr begrenzten Freizeit die wir haben, sind wir immer noch sehr beeindruckt und fasziniert vom Zirkuszauber und den Menschen hier. Den Entscheid, dieses Abenteuer einzugehen, haben wir bisher noch nicht ein einziges Mal bereut.  Wir freuen uns auf die nächsten intensiven Wochen, auf weitere Begegnungen mit den Menschen hier auf Platz und den lieben Freuden ausserhalb, welche wir noch alle sehen werden.

Kommentare

  1. Oh, wie wohltuend und schön ist euer heutiger Bericht und die Fotos. Vielen, vielen Dank!
    Herzliche Grüsse von der deutschen Autobahn - soooo viele Staus haben wir bis jetzt noch nie erlebt...
    MaRu

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  2. So schöne bricht und bilder!! merci viil mal und gniesset di ziit :-*

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