Delfine, Pinguine und Chinesen (14.2.14-18.2.14)

Seit Melbourne sind wir wieder zu zweit unterwegs, da Mätthu am 14.2 seine Heimreise antreten musste. Tja, irgendwer muss ja arbeiten, wenn wir zwei es schon nicht tun!

Von der Metropole Victorias erreichen wir nach einer zweistündigen Autofahrt Phillip Island, einer der südlichsten Punkte Australiens. Das Highlight dieser Insel, welche mittlerweile über eine Brücke erreichbar ist, stellt die tägliche Ankunft hunderter Pinguine dar, welche nach Sonnenuntergang vom Jagen im Meer an den Strand zurückkehren, diesen so schnell wie möglich in kleinen Gruppen überqueren und dann gemächlich watschelnd ihr Nest am Hang suchen. Dieses Phänomen ist auf Phillip Island schon über hundert Jahren an verschiedenen Stränden zu beobachten. Augrund von Brandrodungen früherer Zeiten und hunderten von Touristen, die ziellos auf der Insel und den Pinguinnestern umhertrampelten, ist die Zahl an Pinguinkolonien drastisch gesunken, bis nur die eine Kolonie an eben diesem Strand übrig blieb. Damit nicht auch die letzte Kolonie ein neues zu Hause sucht, ist nun alles strikt reguliert. Ab 19 Uhr werden alle Strassen, bis auf die eine, die zum Visiter Center und zum Strand führt, gesperrt, Rangers patroullieren und man erhält nur mit einem Ticket Einlass. „Einlass wofür," fragen wir uns, „das ist doch ein Strand?" Da wir uns das Spektakel nicht entgehen lassen wollen, kaufen wir Tickets und erfahren, im am Strand gebauten Kolosseum, wo man als Zuschauer sitzend gebannt aufs Meer hinausschaut und auf die Pinguine wartet, finden 3800 Personen Platz! An jenem Abend, an dem wir hier sind, werden zum Beispiel 2000 Chinesen von Melbourne nach Phillip Island gekarrt, um die Pinguine zu sehen und verbotenerweise Fotos zu schiessen. Die netten Rangers versuchen dies freundlich, aber erfolglos zu verhindern und es gelingt ihnen nicht, die herumwuselnden Chinesen und Japaner zum Stillsitzen, wie es eigentlich gedacht wäre, zu überreden.
Nichtsdestotrotz ist es überwältigend, als um 20:46 die ersten Pinguine angeschwemmt werden und immer mehr Gruppen folgen. Eine Stunde sitzen wir gebannt da und schauen dem Treiben der kleinen Tierchen zu.

Am nächsten Morgen, nach einer weiteren Surfsession, ziehen wir weiter nach Lakes Entrance, unsere zweitletzten Station vor Sydney. Wir kommen an einem Sonntagabend dort an und das touristische Städtchen ist wie ausgestorben, da alle Wochenendtouristen auf der Heimkehr sind. Wir bewundern den Hafen bei Sonnenuntergang und am nächsten Tag fahren wir zusammen mit Rentnern, die haben ja durchgehende Wochenenden, auf einer vierstündigen Bootstour die vom Meer gespiessenen Seen ab. 
Aus dem Nichts tauchen plötzlich etwa 15 übermütige Delfine, die durchs Wasser flitzen und akrobatische Sprünge vollführen, auf, als sei man mitten in einer Delfinvorstellung gelandet. Die Tiere schwimmen neben und unter dem Boot durch und wir alle, bis auf einige schlafende Rentner, sind hell begeistert. Überhaupt ist die Tierwelt in Australien sagenhaft. Was wir sonst von Filmen oder Zoobesuchen kennen, lebt hier in rauen Massen in freier Wildbahn. Gesehen haben wir bisher Emus, Kängurus, Pelikane, Pinguine, Delfine, Possums und Papageien, welche gerade eben auf unserem Zeltplatz in die verschiedensten Farben getaucht um uns herum flattern. 

Nächste Station ist Batemans Bay, bevor es dann nach Sydney geht, wo unsere Pläne wie folgt aussehen: Bobby verkaufen, bei Janinas Verwandten ihre neuen, zugeschickten Kredit- und Postkarten abholen und versuchen in einem Backpackers zu arbeiten. Wünscht uns Glück!  








Kommentare

  1. Ihr Lieben
    Wunderschöne, stimmungsvolle Fotos...Mit grossem Interesse habe ich auch diesen Blogeintrag gelesen und mich mit/für euch gefreut über die Erlebnisse mit den Pinguinen und den Delphinen. Das ist ja so schön!!Und dann die die Papageie: die sind ja enorm schön!!
    Ich wünsche euch viel Glück beim Verkauf von Bobby und bei der Arbeitssuche!
    Herzliche Grüsse
    MaRu

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  2. Liebe Janina, lieber Benj

    Endlich möchten auch wir wieder einmal von uns hören lassen! Ganz herzlich danken wir euch für eure Kartengrüsse aus Australiens Süden. Wir haben uns sehr darüber gefreut!!
    Immer wieder warten wir mit grosser Spannung auf eure interessanten Reiseberichte... und die Fotos sind einfach jedes Mal eine Augenweide!
    Bei uns ist alles bestens und wir hoffen, dass auch ihr wohlauf seid, gut in Sidney ankommt und dort eure Pläne problemlos verwirklichen könnt.
    Wir wünschen euch von Herzen einen guten Aufenthalt in der Grossstadt und weiterhin viele positive Erlebnisse und glückliche Momente!

    Ganz liebe Grüsse

    Regula und Martin

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