South Coast Highway (8.1.14 - 15.1.14)

BoB, der es mag, wenn man ihn Bobby nennt, hat mittlerweile über 1500 km mit uns auf dem Buckel und wir tuckern immer noch gemächlich auf dem South Coast Highway herum. Für alle die gerne Google Maps verwenden, hier unsere bisherige Route: Fremantle, Bunbury, Yallingup, Pemperton, Denmark, Albany, Esperance. Geschlafen wird auf Zelt- und Parkplätzen oder sonstwo in der Pampa. Dies kann bedeuten, dass unter freiem Himmel mit 
Kaltwasser geduscht und der Abwasch in öffentlichen Anlagen erledigt wird.
Zeltplatzleben und...
...Zigeunerleben
Neben den zwei Wanderungen in Yallingup und Pemperton ist die Baumbesteigung im Nationalpark von Pemperton zu erwähnen. Dort klettern wir auf einen 56 Meter hohen Baum, mit einer Vorrichtung, die in der Schweiz kaum ohne Klettergurt benutzt werden dürfte. Die Aussicht über die bis an den Horizont reichenden Karriwälder ist schlicht gigantisch. 
Raufklettern...
...zu den Baumriesen (Pemperton)
Eine zweistündige Fahrt bringt uns von Pemperton nach Denmark, wo wir drei Nächte verweilen, um die weissen Sandstrände mit vorgelagerten Felsen zum Schnorcheln und Surfen (unsere ersten Wellen in Australien) abzuklappern. Am Abend auf dem Zeltplatz offeriert unser Parzellennachbar uns eine Abalony (Muschel), die wir mit Chili, Knoblauch und etwas Salz zubereiten sollen. Wir Süsswasserpiraten hätten natürlich keine Ahnung gehabt, wie man das Ding zubereitet, geschweige denn wie man es überhaupt aus der Schale kriegt. Huya, so heisst der nette Neuseeländer, welcher in Australien arbeitet, spachtelt die Muschel gekonnte aus der Schale, haut daraf herum damit sie weich wird, zeigt uns Darm und Zahn derjenigen und überreichte sie mit einem freudigen, etwas zahnlosen Lächeln. Für die ganze Prozedur, welche bei uns 10 Minuten gedauert und mit mindestens einer abgeschnittenen Hand geendet hätte, braucht Huya nur wenige Sekunden. Wir braten die Delikatesse (das Kilo kostet mehrere hundert Dollar), essen sie und sind einmal mehr überwältigt von der Gast- und Hilfsbereitschaft der Australier (oder hier Neuseeländer).
Nachdem es ruhige geworden ist auf dem Zeltplatz, kommen wir mit Huya und seiner Freundin Kerstin ins Gespräch und erfahren, dass Huya als Schafschärer und Kerstin in einem Beautysalon ihre Brötchen verdienen. Huya, der 24-jährige Neuseeländer sieht seinen grössten Lebensfehler darin, dass er mit 15 die Schule abgebrochen und keine weitere Ausbildung absolviert hat. Unter diesen Umständen zog er nach Australien, um hier mit schweisstreibender, körperlich anstregender Arbeit gutes Geld zu verdienen. 

Wir haben den Eindruck gewonnen, dass egal was die Australier gelernt oder wie Huya nicht gelernt haben, alle ziemliche Outdoor-Freaks sind, handwerklich äusserst geschickt auftreten, Fischen und Jagen können und so jeder irgendwo sein Plätzchen findet. Sei dies als Schafschärer oder Arbeiter in einer der unzähligen Minen, die im garstigen Landesinnern verstreut sind. Als Australier muss man nicht, wie in der Schweiz die Rekrutenschule durchlaufen, um zum Mann zu reifen (Benj hat dies mit seiner militärischen Untauglichkeit verpasst und wird der nächsten Entwicklungsstufe ein Leben lang hinterherrennen). Nein, hier genügen ein 4x4, Fischernetze und Rute, Grillzange und ein unbändiger Drang Unmengen an Fleisch zu verzehren, um als Mann wahrgenommen zu werden.   
Auf dem Zeltplatz in Albany
The Gap in Albany
The Bridge in Albany
Windmills Point in Albany
Esperance

Kommentare

  1. DANKEDANKEDANKE für die wunderschönen Bilder. Wirklich - es ist nicht nur in Schweden und Norwegen schön ... ;-)
    Geniesst es weiterhin!

    Herzlich
    MaRu

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  2. Windmills Point in Albany, huere schön..... gueti fahrt u gniessets!!!! xoxoxoxoxo klausi

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