Im Goldrausch durch die Wüste (17.1.14-21.1.14)

Wir blicken mehr als einen halben Kilometer tief in die Erde hinein, Staubwolken im Innern, am anderen Ende über drei Kilometer in der Ferne beobachten wir winzige Spielzeugautos die Kieselsteine abzutragen scheinen und bei genauerem Betrachten werden schwarze Punke erkennbar, die sich in einem abgesteckten Gebiet bewegen. Wir stehen am Rande des Super Pit in Kalgoorlie, der grössten Goldmine Australiens, welche jährlich 28t Gold fördert und dafür ein Loch in die Erde gräbt, welches 39 Mio. Pickups Platz bietet. Die Dimensionen dieser Goldmine die deren Entdeckung in die Goldgräberzeiten des 19. Jahrhunderts zurückreicht, übersteigt jede Vorstellung und ist nicht möglich mit der Kamera einzufangen. Egal ob Mann, Frau, technisch interessiert oder weniger versiert, Goldrauschender oder nicht, der Super Pit zieht einen in seinen Bann. Der Beruf vieler Minenarbeiter besteht im "earth-moving" und bedeutet, dass sieben von acht Monstertruckladungen (225t) unbrauchbare Erde sind, die zur Seite geschoben werden muss. Wer sich dieser Arbeit hingibt und dafür seinen Wohnsitz nach Kalgoorlie im Outback verlegt, verdient mindestens 150'000 australische Dollar im Jahr. Dementsprechend ausgelassene Stimmung herrscht Abends in den Pubs von Kalgoorlie: Gutverdienende Mittzwanziger, sowohl Männer als auch Frauen, lassen sich von barbusigen Bardamen Bier zapfen und lassen es sich gut gehen. Auf die Frage was sie hier tun, kommt eine prompte und knappe Antwort: making money. 





Nach dieser Begegnung mit Gold, Geld und Gruben wagen wir uns auf ins Nichts oder zumindest in eine Gegend ohne Bäume, die Nullarbor Plain. Mit Bobby können wir aufgrund seines altersbedingten Antriebs, Karrosseriezustands und seiner fehlenden Pferdestärken nicht das Outback Australiens erkunden, aber wir können den Australien Bite durchqueren, d.h. 1900km von Norseman nach Adelaide durch die Einöde heizen und uns von Road Trains (Lastwagen mit bis zu fünf Anhängern) überholen lassen. Die Kilometeranzahl beeindruckt uns weniger, als die Begegnung mit den erstaunten Aussies, welche es kaum glauben konnten, dass wir mit Bob, der ein Jahr jünger ist als wir, aber ohne Klimaanlage bei wüstenähnlichen Bedingungen ge'n Osten fahren wollen. Während zweieinhalb Tagen besteht der Alltag eines Bobbypassagiers darin, das Lenkrad gerade zu halten, da wir unter anderem die längste schnurgerade Strasse Australiens (146km ohne Kurve) befahren, dabei kein Känguru, Emu oder Kamel zu töten, den Tachometer aus technischen und ökonomischen Gründen nicht über 90km/h steigen zu lassen, sich anschliessend als Beifahrer/Unterhalter nützlichen zu machen und zu guter Letzt sich im Schlafbereich in Isolationshaft zu begeben, der Lärmpegel und die Kommunikationsmöglichkeiten sind ähnlich wie in Mani Matters "Alpeflug", um sich für den nächtsten Zyklus auszuruhen. 




Die Gebiete, die wir durchqueren, sind nicht bloss unbewohnt, sondern unbewohnbar. Für uns Schweizer ein unbekanntes Phänomen, welches zunächst faszinierend und anziehend ist, allmählich beängstigend wird, um schliesslich den Glanz zu verlieren und nur noch überwunden werden will. Nach der Menschenleere des Nullarbor stürzen wir uns während dem australischen Nationalfeiertag am Tunarama zwischen Biertrinker und Fisch ins Getümmel. 

Kommentare

  1. Die Foto von der Goldmine lässt deren Dimension wirklich erahnen; sehr eindrücklich!!
    Herzliche Grüsse von einem Skitag zu euch braungebrannten Aussies!
    Und DANKE für Bericht und Fotos
    MaRu

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  2. krass u huere schön...!!!! gruss klausi ;-)

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