Myanmar - äs louft andersch (8.10.13-17.10.13)

In Pyin U Lwin angekommen, gab es zwei Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Zum einen die Kutschen mit den abgemagerten Pferden, die durch die Stadt galoppierten, zum anderen einen spektakulären Wasserfall. Kutschenfahren liessen wir aus, den Wasserfall gingen wir suchen und nach einer Rollerfahrt gefolgt von einer kurzen Wanderung erreichte wir ihn auch. Leider haben die Menschen, die beim Wasserfall Getränke verkauften, kein Abfallkonzept (wie in ganz Myanmar) und so war halt alles zugemüllt.
Von Pyin U Lwin ging es mit dem Zug, in der Upperclass, nach Hsipaw weiter. Ein Tipp für alle Myanmarreisende, die Upperclass hat ihren Namen nicht verdient. In sechs Stunden ruckelten wir auf der vom Reiseführer empfohlenen Strecke von Pyin U Lwin nach Hsipaw. Wir müssen es leider sagen, dass auch diese myanmarische Sehenswürdigkeit bis auf das Passieren einer Brücke, die die Amerikaner gebaut haben, nichts hergab. Entlang der Bahngeleise nahmen uns meterhohe Büsche die Sicht auf die angeblich atemberaubende Natur, dafür beraubten uns die Natur mit ihren Ästen und Blätter, die durch die offenen Fenster ins Wageninnere drangen und unsere Gesichter peitschten, des Atems.





In Hsipaw machten wir uns mit Lisa aus Deutschland und Mr. Sai, unserem Guide, auf ein zweitägiges Trekking. Mr. Sai, ein redseliger durchs Leben gezeichneter, Kautabak kauender Mann, mit schlechten Zähnen und einem nicht zu kaschierenden Alkoholproblem, wusste viel zu erzählen. 
Exkurs: In Myanmar werden überall auf den Strassen weiss bepinselte Blätter mit zerschnittenen Bettelnüssen und Tabak verkauft, die von den Männern ganztägig gekaut werden, ihre Zähne rot färben und ganz schön scheisse aussehen lassen. Die weisse Paste auf den Blättern ist übrigens Gips. Ja genau, der Baustoff den man auch verwendet, um Mauern zu verputzen: GIPS! 
Nach dem Trek wussten wir, dass es in Myanmar noch sehr viele nicht passierbare Orte für Touristen gib. Der Grund dafür ist, dass es dort noch regelmässig zu bewaffneten Kämpfen zwischen der Regierung und einem der 135 Stämme kommt. Zudem werden alle Gästelisten aus Hotels oder Gästehäusern täglich eingesammelt und der Polizei, Fremdenpolizei, dem Militär und dem Geheimdienst übergeben. Mr. Sai traute sich nicht in der Stadt darüber zu sprechen, da er unter anderem auch herausgefunden hat, dass ein Freund von ihm einer von vielen Spitzeln in der Bevölkerung ist. Als er sich das letzte Mal in einem Bergdorf den Touristen anvertraute, wurde er am nächsten Tag im Tal unten dazu befragt. Das Ganze hat sich ziemlich crepy angehört.






Am Abend nach dem Trekking liessen wir wieder einmal eine Bustaxipickup-Tortur über uns ergehen. Hsipaw-Yangon mit Bus (14h), Taxi zum anderen Busbahnhof in Yangon (1.5h), Bus nach Panthein (4h), Pick-up zur anderen Busstation in Panthein (15 Minuten), Pick up zum Strand "Ngwe Saung" (2h). Nach knapp 22h ununterbrochenem Fahren entspannen wir während 2 Tagen am Strand, in einem überteuerten Resort. 40 Dollar für ein Zimmer mit Meerblick, aber ohne Warmwasser, kein Internet, weder Licht im Bad noch Aircon, dafür Strom von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Alle die schon einmal in Asien waren werden bemerken, dass dies absolute Wucherpreise sind.

Fazit Myanmar: Das grosse Plus dieses Landes sind die überaus freundlichen Menschen und die schöne Natur. Zudem erlebt man spannende, unvergleichliche aber auch schockierende Erlebnisse im Alltag. Beim Joggen sahen wir an Hals, Händen und Beinen zusammengekettete Männer, die im Dorf Steine schleppen mussten. 
Die Hotels und die Sehenswürdigkeiten sind jedoch massiv zu teuer und ihr Geld nicht wert. Hübsche Städte oder Dörfer haben wir keine gefunden. Preise für den ÖV sind sehr hoch, was das Reisen ziemlich teuer macht und auch hier kriegt man zu wenig fürs Geld. Als Teil einer Südostasien Reise kann man Myanmar bereisen, nur nach Myanmar zu fliegen lohnt sich unserer Meinung nach jedoch nicht.   

Kommentare

  1. Vielen Dank für den spannenden Bericht aus Myanmar. Das tönt teilweise ja erschreckend...und es wird einem beim Lesen bewusst, in welcher Sicherheit wir hier leben...Ob beim vierten Bild Benj wohl Bungy jumping macht?;-)
    Morgen fahre ich mit Corinnes Klasse in die Landschulwoche und werde mich wieder als Köchin nützlich machen.
    Und ihr fliegt ja schon bald nach Indien - oder nicht?
    Seid ganz, ganz lieb gegrüsst
    MaRu

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Janina, lieber Benjamin

    Es ist schön und beruhigend, wieder von euch zu hören! Da habt ihr ja in Myanmar erneut viel erlebt: Spannendes, Erfreuliches und auch wieder unvorstellbar Schlimmes und Erschreckendes!
    Wir wünschen euch von ganzem Herzen weiterhin eine gute, interessante Reise mit vielen unvergesslich schönen Eindrücken und herzlichen Begegnungen!

    Ganz liebe Grüsse aus der herbstlichen Schweiz

    Regula und Martin

    AntwortenLöschen

Kommentar posten